Heute auf der Rebcam- Kernverfärbung und Reifefaktor

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Je brauner die Kerne, desto besser die Reife.


Diese Aussage ist gefährlich. Die Reifung der Kerne ist sehr klimaabhängig. In warmen Regionen sind die Kerne bereits während der Reife braun, während in gemässigten Lagen auch bei hohen Zuckergehalten bei der Lese die Kerne noch grüne Töne aufweisen können.

Grundsätzlich geben reife Kerne dem Wein weniger grüne, bittere Gerbstoffe ab.

Eine einfache Methode zur Ermittlung des Reifezustandes kann die Erhebung des Reifefaktors sein. Oechsle-Grade x 10 werden durch die Anzahl Gramm Gesamtsäure geteilt. Aber Achtung-wenig Zucker und wenig Säure können aber einen sehr guten Reifefaktor ergeben, was aber noch lange keinen guten Voraussetzungen sind, um einen guten Wein zu vinifizieren.
Erfahrungswerte sind also sehr wichtig bei der Beurteilung der Reife.

Die Oechslegrade der Tärbina sind nun auf 98 angestiegen. Das anhaltend gute Wetter und der aufkommende Föhn helfen weiter, die Trauben noch besser reifen zu lassen.

 

Posted on October 14, 2018 .

Heute auf der Rebcam- der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

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Oechslegrad und Reifezustand sind entscheidend


Die Traubenlese “Wimbdu” bildet den emotionalen Höhepunkt im Weinjahr. Die ganze Arbeit während des Jahres steht vor der Ziellinie. Das Hoffen und Bangen auf gutes und trockenes Wetter ist kaum aktueller als während dieser Zeit. Denn es bleibt das Risiko, dass die Trauben nicht wunschgemäss eingebracht werden kann. Schlechte, feuchtwarme Witterung kann innert wenigen Tagen grosse Teile der Ernte zerstören oder deren Qualität stark mindern.

Der richtige Zeitpunkt der Ernte ist entscheidend und von verschiedenen Faktoren abhängig. Letztlich ist es ein Abwägen zwischen Risiko und Qualität immer mit Blick auf das Wetter und der Wetterentwicklung.

Damit ein reibungsloser Ablauf der Traubenlese garantiert werden kann, müssen diverse Vorbereitungen getroffen werden. Wir lesen unsere Trauben alle von Hand. Diese Arbeit ist sehr zeitaufwendig und somit kostspielig.

Bei der Tärbina bleiben die Trauben noch für ca. zwei Wochen am Stock. Das momentane Wetter treibt die Oechslegrade weiter nach oben und ergibt schlussendlich eine bessere Wertung des Reifefaktor.

 

Posted on September 30, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Bestimmung des Zuckergehaltes

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Was darf es sein: Baumé, Brix oder Oechsle

Die Reifeentwicklung der einzelnen Beeren hängt sehr stark von der Bestrahlung, der Temperatur und der Lage innerhalb der Trauben ab. Beim Vorgehen bei der Entnahme von Beeren zur Bestimmung der Reifeentwicklung werden 100 Beeren gesammelt. Um eine möglichst repräsentative Probe zu erhalten, muss darauf geachtet werden, dass von allen Positionen innerhalb der Laubwand die Beeren entnommen werden.

Die Bestimmung des Zuckergehaltes erfolgt dann mit einer Ochslewaage oder einem Refraktometer.

Die Ochslewaage gibt das spezifische Gewicht des Traubenmostes an, d.h. um wie viel Gramm
1 Liter Most schwerer ist, als ein Liter Wasser und dies bei einer Temperatur von 20°C.

Das Refraktometer misst den Brechungsindex des Lichtstrahls. Das Messprinzip besteht darin, dass der Brechungsindex von der Menge an Zucker abhängt.

Die Messung des Zuckergehaltes bei der Tärbina hat 20,5 Brix ergeben. Die Rebe wächst am höchsten Punkt des höchsten Weinbergs von Europa auf ca. 1150 m. ü M. Das anhaltende warme Wetter, der Föhn und die Thermik werden helfen, dass dieser Wert in den kommenden Tagen und Wochen noch um einiges steigen wird.

 

Posted on September 23, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Die Traubenwelke, süß-sauer wie beim Chinesen

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Sweet and sour in der gleichen Traube

In diesem Sommer ist die Traubenwelke lokal vermehrt aufgetreten. Die Traubenwelke beeinträchtigt und stopt die Reifung der Beeren. Es ist wie jemand den Zufluss der Assimilate in die Trauben stoppt. Die betroffenen Trauben enthalten deshalb nur sehr wenig Zucker und sind sauer. Für die Weinproduktion sind diese Trauben nicht mehr zu gebrauchen.

Die Ursachen für die Traubenwelke ist nicht so erforscht und deshalb auch nicht so bekannt.

Direkte Massnahmen gegen die Traubenwelke gibt es nicht. Um das Risiko zu minimieren, sollte aber ein zu kräftiger Wuchs, zu stark behangene Reben und zu viel Wasser vermieden werden.

Bei uns ist diese Krankheit in diesem Jahr beim Muskat zum ersten Mal aufgetreten. Wir mussten die Trauben erlesen und sortieren. Viele Trauben mussten liegen gelassen werden. Man nennt dies wohl Berufsrisiko. Die Tärbina ist von diesem Phänomen nicht betroffen. Die Trauben reifen weiter.

 

Posted on September 17, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Homogenität des Traubengutes

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Das Ziel: Durch und durch reife Beeren

In Jahren mit langer Blüte kann es zu sehr unterschiedlichen Reifezuständen innerhalb der Trauben kommen. Der Unterschied innerhalb der Traube kann dabei bis zu 25° Oechsle ausmachen. Generell gilt, dass die Traubenspitzen und die Schultern später reif werden. Es empfielt sich daher, dass bei stark geschulterten Traubensorten, z.B Merlot, bereits beim Farbumschlag die Schultern und die Spitzen abgeschnitten werden.
Inhomogenes Traubengut ist schlecht für den Wein. Unreife Beeren mit wenig Zucker, dazu unreife grüne Gerbstoffe mit verminderter Aromaausprägung und wenig Farbstoffen sind schlechte Voraussetzungen um einen Qualitätswein zu vinifizieren.
Es ist daher sehr wichtig, dass die Trauben am Fruchtholz frei hangen können. Der warme Föhnwind im Herbst erreicht so alle Beeren und hilft mit,  die Homogenität des Traubengutes zu steigern.

 

Posted on August 26, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Der Weinstock muss leiden

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Der Weinstock muss leiden

Immer wieder hört oder liest man die Aussage, dass die besten Weine dort wachsen, wo die Reben "leiden" müssen. Etwas weniger emotional formuliert: ein moderater Wasserstress fördert die Qualität. 
Tatsächlich besitzen viele bekannte Lagen karge, nährstoffarme Böden und ein warmes, tendentiell trockenes Klima. An solchen Standorten ist es  immer wieder eine Gratwanderung zwischen moderatem und starkem Stress. Ein tiefgründiger Boden wirkt ausgleichend und macht das System stabiler. Dieser ist aber im höchsten Weinberg Europas nicht vorhanden.

Die Eigenschaften und die Tiefgründigkeit des Bodens, die Topografie und Lage, das Klima, die Landschaft aber auch die  biologische Vielfalt in der Natur sind entscheidende Standortfaktoren und beeinflussen im wesentlichsten das Wachstum der Rebe und die Reifeentwicklung.

Die Tärbina wächst an einem der trockensten Rebberge in der Schweiz. Der offene Boden baut schnell etwelche organische Stoffe ab was wiederum dazu führt, dass die Bodenstruktur schlechter ist und daher die botanische Vielfalt für die Nützlinge nicht vorhanden ist.

Die Tärbina ist es gewohnt zu "leiden". Sie kennt das nicht anders. Diese Eigenständigkeit zeigt  sich auch  im typischen Charakter des Weins. Der neue Jahrgang ist sehr vielversprechend. Die Trauben sind gesund und die Menge lässt sich regulieren. 

Posted on August 21, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Pflanzenschutz im Weinbau

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Der Wein wird in den Reben gemacht. Die Voraussetzung ist die Gesundheit der Pflanzen. 

Die Trauben reifen heran. Der grösste Teil der in den Blättern gebildeten Assimilate wandert nun  über den Blattstiel, durch das Fruchtholz hinunter in die Trauben. Es ist daher wichtig, dass  vor allem die jungen Blätter der oberen Geiztriebe von Pilzkrankheiten geschützt werden. Chemische aber auch biologische Spritzmittel helfen uns, die Reben vom grössten Widersacher, dem falschen Mehltau, (eine Pilzerkrankung der Blätter) zu schützen. 
Um die Gesundheit der Reben und Trauben zu gewährleisten, braucht es aber verschiedene Pflanzenschutzmassnahmen. Die Natürlichste ist sicherlich die Begrünung der Terrassen. Hier helfen uns Nützlinge, die Schädlinge auf biologische Art zu regulieren. Gegen Vögel und Wildtiere hilft dies aber nicht.

Massnahmen wie die Wahl des Standortes, die Sorten und Klonenwahl, die Ernährung der Pflanzen aber auch gezielte Laubarbeiten helfen, vorbeugend die Pflanzen zu schützen.
Der Pflanzenschutz ist sehr vielfältig und daher auch aufwendig.

Die Tärbina wächst in den obersten Parzellen des höchsten Weinbergs von Europa auf ca. 1150m ü.M. Wir werden die  Trauben in nächster Zeit gegen Vögel schützen. Wenn wir dies nicht tun, war unsere ganze Arbeit des Sommers nicht für die Katz aber für die Vögel.

 

Posted on August 12, 2018 .

Heute auf der Rebcam- das Bewässern der Reben

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"Ga wässeru"- so wird im Walliserdeutsch diese Arbeit genannt 

Die Heidetrauben der Tärbina beginnen nun zu reifen. Die momentanen hohen Aussentemperaturen begünstigen diese Phase der Traubenbildung. Ein Wasserstress sollte aber verhindert werden. Unser Rebberg in Visperterminen ist einer der trockensten in der Schweiz. Jede einzelne Parzelle kann deshalb  bewässert werden. Viele Parzellen sind mit einem speziellen Bodenbewässerungssystem ausgestattet, welches in der Schweiz einzigartig ist. Am oberen Ende der Parzelle verläuft ein Wasserrohr bei welchem in genau definierten  Abständen ein kleines Loch gebohrt ist. Aus diesen kleinen Löchern fliesst das Wasser auf den Boden. In vorgegeben  Wasserfuhren wird das Wasser den Rebstöcken entlang nach unten geleitet. Das Wasser versickert allmählich und tränkt so die Wurzeln der Rebe. Der Vorteil dabei ist, dass dadurch nur die Rebstöcke bewässert werden und das Unkraut in den Gassen leer ausgeht.

Während der Reifephase ist ein moderater Wasserstress für die Qualität sehr förderlich. Die Rebe soll in dieser Phase stehts etwas durstig sein aber nicht zu durstig. Die Kunst des Winzers liegt nun darin, dies einzuschätzen und für jede Parzelle die richtige Menge an Wasser zu geben. 

Die Tärbina hat letze Woche erstmals in diesem Sommer Wasser erhalten. Dies muss nun für die letze Phase der Reifung reichen. Die Rebe ein zähes Pflänzchen.

 

Posted on August 5, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Der Wasserfluss vom Boden über die Pflanze in die Luft

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Der Wasserhaushalt- der Wasserfluss vom Boden über die Pflanze in die Luft

Das Wasser wird von den Rebwurzeln aus dem Boden aufgenommen und im Fruchtholz  im sogenannten Xylem zu den Blättern transportiert. Das Wasser verdunstet im Blattinnern und verlässt das Blatt als Wasserdampf durch die Stomata (Spaltöffnung auf der Blattunterseite). Die trockene Luft  wirkt dabei wie eine Saugkraft, die Wasser aus dem Blatt zieht. Dadurch entsteht im Xylem ein Unterdruck, der das Wasser von den Wurzeln her zu den Blättern zieht.

Wie reagiert die Rebe bei Wasserstress

Bei moderatem Wasserstress, vergleichbar wenn wir durstig sind, wird zuerst das oberirdische Wachstum verlangsamt und gleichzeitig das Wurzelwachstum verstärkt. Durch das Wurzelwachstum wird zusätzlicher Boden erschlossen und die Rebe kann im besten Fall zusätzliches Wasser aufnehmen. Erst bei stärkerem Wassermangel werden die Spaltöffnungen auf der Blattunterseite allmählich geschlossen und die Photosyntheseleistung wird abgeschwächt. Bei starker Trockenheit zeigen sich vom Blattrand her zuerst gelbe, dann braune Flecken bis schliesslich das ganze Blatt vergilbt und abfällt.

Die Tärbina wurde letzte Woche gewässert. Die Feuchtigkeit im Boden sollte nun reichen bis zur Reifephase.  

 

Posted on July 22, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Der höchste Weinberg Europas und der trockenste der Schweiz

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Die Verteilung der Rebwurzeln im Boden hängt vom Bodentyp und vom Klima ab. Die Hauptwurzelmasse befindet sich im oberen Bodenbereich, 40cm bis 100cm unter der Bodenoberfläche. Daneben bilden sich auch sehr tiefgehende Wurzeln, die mehr als 15 Meter tief in den Boden wachsen können. Diese Wurzeln dienen der Wasserversorgung während der Trockenperiode. Die Wurzeln wachsen aber nur so tief, wenn sie dazu gezwungen werden. Es werden keine tiefgehenden Wurzeln gebildet, wenn im ersten Meter immer genügend Wasser vorhanden ist.

Die Tärbina am höchsten Weinberg Europas gehört vom Klima her zu einem der trockensten Standorte der Schweiz. Wir befinden uns im inneralpinen Klimabereich, das heisst, der Einfluss des Föhns ist gross, die jährliche Niederschlagsmenge hingegen sehr klein (<600mm). 

Die Tärbina wächst an einer Hanglage, welche nach Südosten ausgerichtet ist. Die Rebe profitiert von einer optimalen Sonneneinstrahlung. Der schieferhaltige Boden gibt die gespeicherte Wärme auch während der Nacht ab und bringt die Trauben währenddessen so richtig zum Kochen. Der hohe Kiesgehalt und der schwache Ton- und Sandanteil, lassen das Regenwasser schnell versickern. Eine Bewässerung der Parzelle während der heissen Sommermonate ist daher unabdingbar, da es ansonsten eine Austrocknung der Rebe und somit der Trauben zur Folge haben kann.

 

Posted on July 15, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Köpfen und Foltern im Rebbau

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Geköpft und gefoltert wurde im Mittelalter- nicht so im Walliser Rebbau

Die Eigenarten der Walliser Sprache zeigen sich auch im Rebbau. Unter Foltern verstehen wir das Erlesen. Unter Erlesen verstehen wir das Ausbrechen der Nebentriebe, der zu eng stehenden Haupttriebe und das Entfernen von Stockausschlägen, sofern diese nicht als zukünftige Reserven dienen sollen. Dank des Erlesens gelangen die mobilisierten Reserven in die Triebe, die wir stehen lassen und begünstigen deren Wachstum. Die Qualität der Trauben und die Holzreife hängen im wesentlichen von einer guten Laubarbeit ab. Das Ziel besteht darin, möglichst viel besonntes Laub zu haben. Schattenblätter leisten wenig bis nichts.

Unter Köpfen versteht wir Oberwalliser das Kappen oder auf gut deutsch das oben Abnehmen. Mit dem Köpfen soll verhindert werden, dass die überhängenden Triebe die bestehende Laubwand beschatten. Das Kappen fördert das Wachstum der Geizen und damit die Qualität der Trauben. Bei zu spätem Obenabnehmen entfernen wir eine grosse Laubmasse, die vergebens gewachsen ist und verhindern somit eine rechtzeitige Geiztriebentwicklung.

Bei der Tärbinä wurde letzte Woche geköpft und gefoltert. Die Trauben können sich nun ideal entwickeln. 

 

Posted on July 8, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Die Funktion der Blätter bei den Reben

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Die Blätter- die Zuckerfabrik für die Trauben

Die zentrale Funktion der Blätter ist die Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie. Dieser Prozess findet mit Hilfe des Blattgrüns statt und heißt Photosythese. Es ist daher sehr wichtig, dass die Blätter nicht durch Pilzkrankheiten geschädigt werden. Die Assimilate die im Blatt gebildet werden, wandern über den Blattstiel und das Fruchtholz in die verschiedenen Organe der Rebe. Während der Vegetationszeit fliesst die Hälfte der Assimilate zur Triebspitze für das Wachstum. Die andere Hälfte fliesst nach unten für das Wurzelwachstum. Im Laufe der Entwicklung verschiebt sich die Trennzone immer weiter nach oben, so dass während der Reifezeit der grösste Teil der Assimilate nach unten zu den Trauben und den Reserveorganen transportiert werden. 
Gesunde junge Blätter brauchen wir also, um die bestmögliche Zuckereinlagerung in die Trauben zu gewährleisten.  Ein dem Verhältnis zum Traubenbehang angemessene Blattwand ist somit  wichtig für die Qualitätsproduktion. 

 

Posted on June 24, 2018 .

Die Befruchtung der Eizelle

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Wie beim Menschen steht zu Beginn jeder Schwangerschaft ein befruchtetes Ei. Die Fortpflanzung der Trauben geschieht in den Morgenstunden bei steigenden Temperaturen. Die Käppchen der Kronblätter der zwittrigen Blüten öffnen sich. Dabei werden die Staubbeutel aufgerissen und  entlassen eine Pollenstaubwolke. Ein keimendes und auserwähltes  Pollenkorn wandert durch den Pollenschlauch in die Eizelle.  Das Ei ist befruchtet- das Wachstum der Beere kann beginnen. 
Wie beim letzten Blog hingewiesen, ist die Blüte der Rebe physiologisch labil und neigt zur Verrieselung, d.h. nur etwa die Hälfte der Blüten entwickeln sich zu Früchten. Die Verrieselung  ist sortenabhängig aber auch kalte Temperaturen, Bormangel  oder der Einsatz von Kupfer beim Pflanzenschutz kann die Verrieselung fördern.
An der Tärbina ist die Befruchtung abgeschlossen. Die Beeren beginnen nun zu wachsen, der neue Jahrgang entsteht. 

Posted on June 17, 2018 .

Das Geschein wird sichtbar

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Die verschiedenen phänologischen  Entwicklungsstadien der Weinrebe  werden in einem sogenannten BBCH Skalenwert aufgeführt.
BBCH = Bundesanstalt, Bundessortenamt und Chemische Industrie
Einer dieser Entwicklungsstadien ist die Bildung der Gescheine. Botanisch gesehen ist das Geschein der Rebe keine Traube, sondern eine Rispe. Je nach Sorte und physiologischem Zustand der Rebe findet man 1-4 Gescheine pro Trieb. 

Als Geschein wird im Weinbau der längliche, rispenartige Blütenstand der Weinrebe bezeichnet. Jedes Geschein hat eine Vielzahl von Knospen, aus denen während der Rebblüte einzelne Blüten entstehen. Je nach dem Grad der Verrieselung (Befruchtungsstörung) werden aus den befruchteten Blüten eines Gescheines Weinbeeren gebildet, die zusammen eine Traube ergeben.

Die Seitenachsen am Geschein werden auch als Schultern bezeichnet. Wir konnten oft beobachten, dass diese Schultern später verblühen und die Entwicklung immer den Beeren der Hauptachse nachhinken. Daher werden bei der Qualitätsproduktion diese Schultern später im Rahmen der Ertragsregulierung gezielt entfernt.

Posted on June 10, 2018 .

Der offene Boden- Made im Wallis

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Zu meines Großvaters Zeiten pflegte man zu sagen: "Jedes Bodengrün im Rebberg ist der Feind des Winzers." Die meisten Böden in den Steillagen des höchsten Weinberg Europas sind offen, d.h. ausser den Reben wachsen hier keine Pflanzen. Durch die starke Trockenheit ist es schwierig, eine geeignete Flora aufzubauen, die das ökologische Gleichgewicht unterstützt. Es gibt zwar Pflanzenmischungen für den Rebbau aber die Erfahrung hat gezeigt, dass sich wegen der Trockenheit nur die Gräser durchsetzen, welche schliesslich gemäht werden müssen. Das Mähen in den oft engen Reihen ist aber mühsam und es besteht die Gefahr, dass dabei auch die Reben verletzt werden. Der Nachteil an dieser Art der Bewirtschaftung ist, dass durch die Offenhaltung den Böden der natürliche Stickstoff fehlt. Dieser muss Ende Jahr, den Böden von Hand  wieder zugegeben werden. 

Der Trend geht aber dahin, dass bei Neupflanzungen meist auf die Drahterziehung im Terrassenbau umgestellt wird. Hier wird eine Begrünung gefördert, weil sonst die Böschungen durch Erosion geschädigt werden. Die Reihenabstände sind grösser und es ist mehr Platz vorhanden, um die Grünflächen zu mulchen bzw. zu mähen. 

Posted on June 3, 2018 .

Mutter Natur sorgt vor

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Die Knospen sind die Grundlage jedes Triebes. Diese Knospen werden während des Sommers gebildet. Die Fruchtbarkeit sowie die Anzahl der Blühten eines Auges werden also bereits im Vorjahr festgelegt. Jede Knospe besteht aus einem Hauptauge und zwei Nebenaugen. In diesen Augen sind alle Zellen des neuen Triebes enthalten. Mutter Natur hat hier ein cleveres System entwickelt. Treibt nämlich das Hauptauge nicht aus oder werden die Triebe durch schwierige Witterungsverhältnisse abgerissen, so übernimmt  eines der beiden  Nebenaugen die Aufgabe. Bei der Tärbina haben einige Hauptaugen nicht ausgetrieben. Gut zu sehen am unteren Zapfen. Es scheint, als hätte sich die Tärbina nun an die Kamera gewöhnt. Sie ist bemüht den Vegetationsrückstand wieder aufzuholen. 

Posted on May 27, 2018 .

Wenn du dich nicht gern fotografieren lässt.

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Ich war heute in der Rebparzelle bei der Tärbina. Die Rebe wächst auf einer Höhe von 1150 m.ü. M im höchsten Weinberg Europas in Visperterminen. Dies ist in meinen Augen der schönste Punkt im ganzen Rebberg. Bei schönem Wetter sieht man die Spitze des Matterhorns. Auf dem Bild gut erkennbar, wie weit die Triebe der Nachbarreben bereits gewachsen sind. Es scheint, als sei die Tärbina etwas Kamerascheu. Ihre Triebe sind noch klein und es haben sich noch nicht alle Augen ausgebildet. Hoffen wir nun, dass sie diese Hemmungen bald ablegen wird und den Wachstumsrückstand wieder aufholt.

Posted on May 16, 2018 .

Die Tärbina erwacht aus dem Winterschlaf

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Zwischen Juni und September bildet sich die Winterknospe und damit die Grundlage des Triebes für das folgende Jahr. Jede Winterknospe besteht aus einem Hauptauge und zwei Nebenaugen. In diesen Augen sind alle Zellen des neuen Triebes enthalten. Die Fruchtbarkeit sowie die Anzahl der Blühten eines Auges werden also bereits im Vorjahr gebildet..
Das Hauptauge hat ausgetrieben und die ersten kleinen Blätter werden sichtbar.  Ein zu dieser Jahreszeit jederzeit möglicher Frost kann die jungen Triebe gefrieren lassen. Mutter Natur hat hier vorgesorgt und hat zu jedem Hauptauge noch zwei Nebenaugen platziert. Fällt der Haupttrieb aus, kann also immer noch ein Nebentrieb die Aufgabe übernehmen. Wird es aber so kalt wie im Frühjahr 2017, so fallen auch die Nebentriebe weg und der Ertrag ist gleich Null.
Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr ohne grössere Schäden den 15. Mai und somit die Eisheiligen  überstehen.

Posted on May 11, 2018 .

Die TÄRBINA , eine Savagnin Blanc Rebe

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Die TÄRBINA , eine Savagnin Blanc Rebe, wächst in Visperterminen, im höchsten Weinberg von Europa.  Im deutschsprachigen Raum wird der Wein der daraus gekeltert wird Heida und in der französischen Schweiz Pàien genannt. Ihr typischer Rebschnitt, genannt  Goblet , ist im Wallis einzigartig und häufig anzutreffen.  Der Heida hat in Visperterminen eine lange Tradition. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Vegetationszyklen und der Weg vom Geschein bis zur  reifen Traube.

Posted on May 8, 2018 .

Wir präsentieren die erste Rebcam in der Schweiz!

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Unter dem Namen «Tärbina» veröffentlichen wir den gesamten Entstehungsprozess unserer Reben von Frühling bis spät in den Herbst. Hier erfährst du viele Insights und Wissenswertes rund um die Entstehung von Trauben. Die besondere Lage des Rebbergs in Visperterminen macht die Geschichte umso interessanter. «Tärbina» bedeutet im Walliser-Dialekt so viel wie «Die Visperterminerin». 

Posted on May 7, 2018 .