Heute auf der Rebcam- der Schutz der Pflanzen

current.jpg

Wir schützen natürlich aber auch synthetisch

Die momentanen Witterungsverhältnisse, feucht warmes Klima, fördern das Auftreten von Pilzkrankheiten im Rebbau. Sind die Trauben einmal mit dem Mehltau infiziert, ist von einer Ernte keine Rede mehr. Es ist daher sehr wichtig, vorbeugend die Pflanzen vor diesen Krankheiten zu schützen. Im Wallis haben wir, auch wegen der meist trockenen Witterung, mehr mit dem echten Mehltau zu kämpfen.

Wir schützen unsere Pflanzen aber auch natürlich indem wir die Traubenzone gut auslaufen. Diese Arbeiten sind sehr aufwendig aber wichtig, weil nur so die Trauben nach einem Niederschlag gut austrocknen können und das Pflanzenschutzmittel die Trauben auch erreicht.

Die Tärbina ist noch nicht komplett ausgelaubt. Dies, weil wir in den letzten Wochen durch die warmen Temperaturen mit den genannten Arbeiten in den anderen Parzellen nicht nachgekommen sind. Wir werden dies aber in den kommenden Tagen erledigen damit auch die Tärbina natürlich vor dem Pilz geschützt ist.

Posted on July 14, 2019 .

Heute auf der Rebcam- unsere Werkstatt unter freiem Himmel

current.jpg

ein Strohhut und sehr viel Wasser

Bei den sommerlichen Temperaturen brauchen nicht nur die Pflanzen Wasser. Das Arbeiten unter freiem Himmel, bei den doch recht hohen Temperaturen, verlangt von uns so einiges ab, doch die Mühe ist es uns wert. Wir wollen in ein paar Monaten charaktervolle und aromatische Weine vinifizieren. Es ist daher wichtig, dass die Trauben Platz und Licht bekommen um sich zu entwickeln. Ein Strohhut und viel Wasser helfen uns, diese Arbeiten auch bei fast 40° zu erledigen.

Die Tärbina wächst auf fast 1100 m ü.M. Die Rebe ist sehr widerstandsfähig und passt ihr Wachstum den Gegebenheiten an. Wenn die Tärbina also kein Wasser mehr zur Verfügung hat, steht sie still da und wächst nicht mehr weiter. Es ist daher wichtig, in trockenen Lagen und bei sandigen Böden die Reben zu Wässern, damit eine gute Transspirationsrate erreicht werden kann.

Posted on June 30, 2019 .

Heute auf der Rebcam- die Befruchtung der Eizelle

current.jpg

Der Blütenstand der Rebe

Die Kronblätter bilden sich aus wie ein Käppchen auf der zwittrigen Blüte. Mit dem abwerfen dieser Käppchen, in der Morgenfrühe bei steigender Temperatur, reissen die Staubbeutel auf und entlassen eine Pollenstaubwolke. Ein keimendes und auserwähltes  Pollenkorn wandert durch den Pollenschlauch in die Eizelle.  Das Ei ist befruchtet- das Wachstum der Beere kann beginnen.

Bei der Tärbina ist die Blüte bereits fortgeschritten. Die Arbeiten im Rebberg sind nun sehr intensiv. Die warmen Nächte und die heissen Tage lassen die Pflanzen sehr stark wachsen. Dazu kommt, dass einige Parzellen mit Wasser versorgt werden müssen. Es gibt viel zu tun-packen wir es an 

Posted on June 23, 2019 .

Heute auf der Rebcam- das "Foltern" der Reben

current-1.jpg

“ga Foltru”

Das Hauptauge hat ausgetrieben und die ersten kleinen Blätter werden sichtbar.  Ein zu dieser Jahreszeit jederzeit möglicher Frost kann die jungen Triebe gefrieren lassen. Mutter Natur hat hier vorgesorgt und hat zu jedem Hauptauge noch zwei Nebenaugen platziert. Auch diese Augen treiben bei schönem Wetter aus.

Beim Auserlesen, im Wallis “ga foltru “ genannt, werden die stärksten und schönsten Triebe belassen und alle anderen entfernt. Die jungen Triebe erhalten so mehr Kraft und wachsen um so schneller.

Die Tärbina wächst auf ca. 1100m ü. M. Die Triebe sind deshalb noch klein, wachsen aber bei dem schönen Wetter jeden Tag. Wir werden die Tärbina kommende Woche foltern.

 

Posted on June 2, 2019 .

Heute auf der Rebcam- Bodendüngung

current.jpg

Was abgeführt wird, muss auch wieder zurück geführt werden

Grundsätzlich werden mit der Düngung des Bodens die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium, welche von der Pflanze durch die Trauben abgeführt wurden, wieder ersetzt.
Stickstoff ist der wichtigste Nährstoff für das Wachstum der Rebe. Seine Verfügbarkeit hängt vor allem von der Art und Menge der organischen Substanz im Boden ab. Die Tärbina wächst auf einem offenen Boden. Die natürliche Stickstoffzufuhr ist somit stark reduziert. Ein optimales Wachstum ist also nur möglich, wenn der Boden mit genügend Nährstoffen versorgt wird.

Die letztjährige tolle Ernte hat die Reben gefordert. Es wurden viele Nährstoffe durch die Traubenbildung und die Ernte abgeführt. Wir werden also dieses Jahr die Nährstoffbilanz der Tärbina gut im Auge behalten.

 

Posted on April 14, 2019 .

Heute auf der Rebcam- der sanfte und wundarme Rebschnitt

current-1.jpg

Gesund Aussehen heisst nicht gesund sein.

Lange und gesunde Reben sind die Voraussetzung für einen ökonomischen Weinbau und eine gute Weinqualität. Der Rebstock hat keine Möglichkeit größere Wunden bei Schnitten ins alte Holz zuverschließen.
Pilzkrankheiten wie Esca und Eutypiose können durch große Wunden eindringen und zum Verstopfen der Leitbahnen führen. Oft sind die Schäden von außen nicht sichtbar, doch plötzlich stirbt der Rebstock mitten im Sommer ab. Die Rebe muss entfernt und verbrannt werden. Bei Reben, bei denen nie ins mehrjährige Holz zurückgeschnitten wurde, bleiben die Leitbahnen und Holzkörper jedoch gesund.
Ein Sprichwort sagt: “Jeder Schnitt gibt Wein”. Das ist korrekt aber gesund Aussehen heisst nicht, dass die Rebe auch gesund ist.

 

Posted on March 31, 2019 .

Heute auf der Rebcam- ein neues Jahr, ein neues Glück

current.jpg

Das neue Rebjahr hat begonnen

Die Haltebänder werden abgenommen, die Triebe vom letzten Jahr entfernt und die verbleibenden Zapfen werden so geschnitten, dass je zwei Knospen im Frühjahr austreiben können..
Das Schneiden ist eine der schönsten Arbeiten im Rebbau. Es sind vor allem die Stille und die warmen Sonnenstrahlen die das Ganze zu einem Erlebnis machen.
Bereits beim Schneiden wird auf die angestrebte Ertragsmenge Einfluss genommen.
Der Gobeletschnitt der Tärbina ist eine im Wallis sehr verbreitete und traditionsreiche Schnittart. Was bereits unsere Väter seit Jahrhunderten angewendet haben, wird nun unter dem Begriff “sanfter Rebschnitt” in den Schulen gelernt. Was damit gemeint ist, schreibe ich Euch im kommenden Blog.

 

Posted on February 24, 2019 .

Heute auf der Rebcam- alles zu seiner Zeit

current-1.jpg

Der Winter hält Einzug im höchsten Weinberg Europas. Die Tärbina ist bereits vorgeschnitten. Wir haben nun bis zum Frühjahr Zeit, die Reben zu schneiden. Wir werden Sie im Frühling wieder über die anstehenden Arbeiten im Rebbau sowie das Geschehen bei der Tärbina informieren.

Bis dahin wünschen wir allen Interessierten eine schöne Winterzeit mit vielen schönen Momenten.


 

Posted on December 16, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Grüner wird es nicht mehr

current.jpg

Grüner nicht-dafür gelb und rot


Weil die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, fährt die Rebe die Photosynthese zurück. Die Photosynthese ist der Vorgang, bei dem im Blattgrün das Kohlendioxid der Luft und Wasser in Traubenzucker und Sauerstoff umgewandelt wird.

Die Rebe lagert das dafür benötigte Chlorophyll bis zum Frühjahr in den Wurzeln und im Rebstock ein. Der schöne Nebeneffekt dabei ist es, dass nun die gelben, roten und orangefarbenen Pigmente in den Blättern zum Vorschein kommen.

Angenommen die Rebe würde die Blätter auch während des Winters tragen. Das wäre sicherlich sehr schön anzusehen aber der Rebstock würde über kurz oder lang austrocknen. Dies, weil das meiste Wassers, welches die Wurzeln aufnehmen, über die Blätter verdunstet. In der kalten Jahreszeit können die Wurzeln immer weniger Wasser aus der Erde ziehen. Würden die Blätter dieses bisschen auch noch "verschleudern", hätte die Rebe ein ernsthaftes Problem.

 

Posted on November 11, 2018 .

Heute auf der Rebcam- 118 Oechsle bei der Tärbina

current.jpg

Eine dicke Haut schützt


Die anhaltenden Niederschläge und die starken Temperaturschwankungen der vergangenen Woche, haben die Blätter der Reben im höchsten Weinberg von Europa stark vergilben lassen. Teils sind die Blätter bereits abgefallen und die Fruchthölzer stehen alleine da.

Es ist erstaunlich, wie gut die noch verbleibenden Trauben die starken Niederschläge überstanden haben. Dies deshalb, weil der Heida eine sehr widerstandsfähige und robuste Traubenhaut besitzt. Wasser und Kälte kann der Heida leicht wegstecken.

Die Trauben der Tärbina haben nun einen Oechslegehalt von 118 Oechsle erreicht. Dies ist ein sehr schöner Wert. Wir werden in der kommenden Woche die Trauben ernten um damit den Heida Paradis, ein Süsswein, zu vinifizieren.

Die Rebarbeiten gehen somit zu Ende. Die Knospen für den Jahrgang 2019 sind gebildet. Die Rebe könnte nun für den neuen Jahrgang geschnitten werden. Wir lassen uns hier aber noch etwas Zeit. Die Tärbina bekommt jetzt erst einmal Ruhe.

 

Posted on November 4, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Kernverfärbung und Reifefaktor

current-1.jpg

Je brauner die Kerne, desto besser die Reife.


Diese Aussage ist gefährlich. Die Reifung der Kerne ist sehr klimaabhängig. In warmen Regionen sind die Kerne bereits während der Reife braun, während in gemässigten Lagen auch bei hohen Zuckergehalten bei der Lese die Kerne noch grüne Töne aufweisen können.

Grundsätzlich geben reife Kerne dem Wein weniger grüne, bittere Gerbstoffe ab.

Eine einfache Methode zur Ermittlung des Reifezustandes kann die Erhebung des Reifefaktors sein. Oechsle-Grade x 10 werden durch die Anzahl Gramm Gesamtsäure geteilt. Aber Achtung-wenig Zucker und wenig Säure können aber einen sehr guten Reifefaktor ergeben, was aber noch lange keinen guten Voraussetzungen sind, um einen guten Wein zu vinifizieren.
Erfahrungswerte sind also sehr wichtig bei der Beurteilung der Reife.

Die Oechslegrade der Tärbina sind nun auf 98 angestiegen. Das anhaltend gute Wetter und der aufkommende Föhn helfen weiter, die Trauben noch besser reifen zu lassen.

 

Posted on October 14, 2018 .

Heute auf der Rebcam- der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

current.jpg

Oechslegrad und Reifezustand sind entscheidend


Die Traubenlese “Wimbdu” bildet den emotionalen Höhepunkt im Weinjahr. Die ganze Arbeit während des Jahres steht vor der Ziellinie. Das Hoffen und Bangen auf gutes und trockenes Wetter ist kaum aktueller als während dieser Zeit. Denn es bleibt das Risiko, dass die Trauben nicht wunschgemäss eingebracht werden kann. Schlechte, feuchtwarme Witterung kann innert wenigen Tagen grosse Teile der Ernte zerstören oder deren Qualität stark mindern.

Der richtige Zeitpunkt der Ernte ist entscheidend und von verschiedenen Faktoren abhängig. Letztlich ist es ein Abwägen zwischen Risiko und Qualität immer mit Blick auf das Wetter und der Wetterentwicklung.

Damit ein reibungsloser Ablauf der Traubenlese garantiert werden kann, müssen diverse Vorbereitungen getroffen werden. Wir lesen unsere Trauben alle von Hand. Diese Arbeit ist sehr zeitaufwendig und somit kostspielig.

Bei der Tärbina bleiben die Trauben noch für ca. zwei Wochen am Stock. Das momentane Wetter treibt die Oechslegrade weiter nach oben und ergibt schlussendlich eine bessere Wertung des Reifefaktor.

 

Posted on September 30, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Bestimmung des Zuckergehaltes

current.jpg

Was darf es sein: Baumé, Brix oder Oechsle

Die Reifeentwicklung der einzelnen Beeren hängt sehr stark von der Bestrahlung, der Temperatur und der Lage innerhalb der Trauben ab. Beim Vorgehen bei der Entnahme von Beeren zur Bestimmung der Reifeentwicklung werden 100 Beeren gesammelt. Um eine möglichst repräsentative Probe zu erhalten, muss darauf geachtet werden, dass von allen Positionen innerhalb der Laubwand die Beeren entnommen werden.

Die Bestimmung des Zuckergehaltes erfolgt dann mit einer Ochslewaage oder einem Refraktometer.

Die Ochslewaage gibt das spezifische Gewicht des Traubenmostes an, d.h. um wie viel Gramm
1 Liter Most schwerer ist, als ein Liter Wasser und dies bei einer Temperatur von 20°C.

Das Refraktometer misst den Brechungsindex des Lichtstrahls. Das Messprinzip besteht darin, dass der Brechungsindex von der Menge an Zucker abhängt.

Die Messung des Zuckergehaltes bei der Tärbina hat 20,5 Brix ergeben. Die Rebe wächst am höchsten Punkt des höchsten Weinbergs von Europa auf ca. 1150 m. ü M. Das anhaltende warme Wetter, der Föhn und die Thermik werden helfen, dass dieser Wert in den kommenden Tagen und Wochen noch um einiges steigen wird.

 

Posted on September 23, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Die Traubenwelke, süß-sauer wie beim Chinesen

current.jpg

Sweet and sour in der gleichen Traube

In diesem Sommer ist die Traubenwelke lokal vermehrt aufgetreten. Die Traubenwelke beeinträchtigt und stopt die Reifung der Beeren. Es ist wie jemand den Zufluss der Assimilate in die Trauben stoppt. Die betroffenen Trauben enthalten deshalb nur sehr wenig Zucker und sind sauer. Für die Weinproduktion sind diese Trauben nicht mehr zu gebrauchen.

Die Ursachen für die Traubenwelke ist nicht so erforscht und deshalb auch nicht so bekannt.

Direkte Massnahmen gegen die Traubenwelke gibt es nicht. Um das Risiko zu minimieren, sollte aber ein zu kräftiger Wuchs, zu stark behangene Reben und zu viel Wasser vermieden werden.

Bei uns ist diese Krankheit in diesem Jahr beim Muskat zum ersten Mal aufgetreten. Wir mussten die Trauben erlesen und sortieren. Viele Trauben mussten liegen gelassen werden. Man nennt dies wohl Berufsrisiko. Die Tärbina ist von diesem Phänomen nicht betroffen. Die Trauben reifen weiter.

 

Posted on September 17, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Homogenität des Traubengutes

current.jpg

Das Ziel: Durch und durch reife Beeren

In Jahren mit langer Blüte kann es zu sehr unterschiedlichen Reifezuständen innerhalb der Trauben kommen. Der Unterschied innerhalb der Traube kann dabei bis zu 25° Oechsle ausmachen. Generell gilt, dass die Traubenspitzen und die Schultern später reif werden. Es empfielt sich daher, dass bei stark geschulterten Traubensorten, z.B Merlot, bereits beim Farbumschlag die Schultern und die Spitzen abgeschnitten werden.
Inhomogenes Traubengut ist schlecht für den Wein. Unreife Beeren mit wenig Zucker, dazu unreife grüne Gerbstoffe mit verminderter Aromaausprägung und wenig Farbstoffen sind schlechte Voraussetzungen um einen Qualitätswein zu vinifizieren.
Es ist daher sehr wichtig, dass die Trauben am Fruchtholz frei hangen können. Der warme Föhnwind im Herbst erreicht so alle Beeren und hilft mit,  die Homogenität des Traubengutes zu steigern.

 

Posted on August 26, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Der Weinstock muss leiden

current-1.jpg

Der Weinstock muss leiden

Immer wieder hört oder liest man die Aussage, dass die besten Weine dort wachsen, wo die Reben "leiden" müssen. Etwas weniger emotional formuliert: ein moderater Wasserstress fördert die Qualität. 
Tatsächlich besitzen viele bekannte Lagen karge, nährstoffarme Böden und ein warmes, tendentiell trockenes Klima. An solchen Standorten ist es  immer wieder eine Gratwanderung zwischen moderatem und starkem Stress. Ein tiefgründiger Boden wirkt ausgleichend und macht das System stabiler. Dieser ist aber im höchsten Weinberg Europas nicht vorhanden.

Die Eigenschaften und die Tiefgründigkeit des Bodens, die Topografie und Lage, das Klima, die Landschaft aber auch die  biologische Vielfalt in der Natur sind entscheidende Standortfaktoren und beeinflussen im wesentlichsten das Wachstum der Rebe und die Reifeentwicklung.

Die Tärbina wächst an einem der trockensten Rebberge in der Schweiz. Der offene Boden baut schnell etwelche organische Stoffe ab was wiederum dazu führt, dass die Bodenstruktur schlechter ist und daher die botanische Vielfalt für die Nützlinge nicht vorhanden ist.

Die Tärbina ist es gewohnt zu "leiden". Sie kennt das nicht anders. Diese Eigenständigkeit zeigt  sich auch  im typischen Charakter des Weins. Der neue Jahrgang ist sehr vielversprechend. Die Trauben sind gesund und die Menge lässt sich regulieren. 

Posted on August 21, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Pflanzenschutz im Weinbau

current.jpg

Der Wein wird in den Reben gemacht. Die Voraussetzung ist die Gesundheit der Pflanzen. 

Die Trauben reifen heran. Der grösste Teil der in den Blättern gebildeten Assimilate wandert nun  über den Blattstiel, durch das Fruchtholz hinunter in die Trauben. Es ist daher wichtig, dass  vor allem die jungen Blätter der oberen Geiztriebe von Pilzkrankheiten geschützt werden. Chemische aber auch biologische Spritzmittel helfen uns, die Reben vom grössten Widersacher, dem falschen Mehltau, (eine Pilzerkrankung der Blätter) zu schützen. 
Um die Gesundheit der Reben und Trauben zu gewährleisten, braucht es aber verschiedene Pflanzenschutzmassnahmen. Die Natürlichste ist sicherlich die Begrünung der Terrassen. Hier helfen uns Nützlinge, die Schädlinge auf biologische Art zu regulieren. Gegen Vögel und Wildtiere hilft dies aber nicht.

Massnahmen wie die Wahl des Standortes, die Sorten und Klonenwahl, die Ernährung der Pflanzen aber auch gezielte Laubarbeiten helfen, vorbeugend die Pflanzen zu schützen.
Der Pflanzenschutz ist sehr vielfältig und daher auch aufwendig.

Die Tärbina wächst in den obersten Parzellen des höchsten Weinbergs von Europa auf ca. 1150m ü.M. Wir werden die  Trauben in nächster Zeit gegen Vögel schützen. Wenn wir dies nicht tun, war unsere ganze Arbeit des Sommers nicht für die Katz aber für die Vögel.

 

Posted on August 12, 2018 .

Heute auf der Rebcam- das Bewässern der Reben

current.jpg

"Ga wässeru"- so wird im Walliserdeutsch diese Arbeit genannt 

Die Heidetrauben der Tärbina beginnen nun zu reifen. Die momentanen hohen Aussentemperaturen begünstigen diese Phase der Traubenbildung. Ein Wasserstress sollte aber verhindert werden. Unser Rebberg in Visperterminen ist einer der trockensten in der Schweiz. Jede einzelne Parzelle kann deshalb  bewässert werden. Viele Parzellen sind mit einem speziellen Bodenbewässerungssystem ausgestattet, welches in der Schweiz einzigartig ist. Am oberen Ende der Parzelle verläuft ein Wasserrohr bei welchem in genau definierten  Abständen ein kleines Loch gebohrt ist. Aus diesen kleinen Löchern fliesst das Wasser auf den Boden. In vorgegeben  Wasserfuhren wird das Wasser den Rebstöcken entlang nach unten geleitet. Das Wasser versickert allmählich und tränkt so die Wurzeln der Rebe. Der Vorteil dabei ist, dass dadurch nur die Rebstöcke bewässert werden und das Unkraut in den Gassen leer ausgeht.

Während der Reifephase ist ein moderater Wasserstress für die Qualität sehr förderlich. Die Rebe soll in dieser Phase stehts etwas durstig sein aber nicht zu durstig. Die Kunst des Winzers liegt nun darin, dies einzuschätzen und für jede Parzelle die richtige Menge an Wasser zu geben. 

Die Tärbina hat letze Woche erstmals in diesem Sommer Wasser erhalten. Dies muss nun für die letze Phase der Reifung reichen. Die Rebe ein zähes Pflänzchen.

 

Posted on August 5, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Der Wasserfluss vom Boden über die Pflanze in die Luft

current.jpg

Der Wasserhaushalt- der Wasserfluss vom Boden über die Pflanze in die Luft

Das Wasser wird von den Rebwurzeln aus dem Boden aufgenommen und im Fruchtholz  im sogenannten Xylem zu den Blättern transportiert. Das Wasser verdunstet im Blattinnern und verlässt das Blatt als Wasserdampf durch die Stomata (Spaltöffnung auf der Blattunterseite). Die trockene Luft  wirkt dabei wie eine Saugkraft, die Wasser aus dem Blatt zieht. Dadurch entsteht im Xylem ein Unterdruck, der das Wasser von den Wurzeln her zu den Blättern zieht.

Wie reagiert die Rebe bei Wasserstress

Bei moderatem Wasserstress, vergleichbar wenn wir durstig sind, wird zuerst das oberirdische Wachstum verlangsamt und gleichzeitig das Wurzelwachstum verstärkt. Durch das Wurzelwachstum wird zusätzlicher Boden erschlossen und die Rebe kann im besten Fall zusätzliches Wasser aufnehmen. Erst bei stärkerem Wassermangel werden die Spaltöffnungen auf der Blattunterseite allmählich geschlossen und die Photosyntheseleistung wird abgeschwächt. Bei starker Trockenheit zeigen sich vom Blattrand her zuerst gelbe, dann braune Flecken bis schliesslich das ganze Blatt vergilbt und abfällt.

Die Tärbina wurde letzte Woche gewässert. Die Feuchtigkeit im Boden sollte nun reichen bis zur Reifephase.  

 

Posted on July 22, 2018 .

Heute auf der Rebcam- Der höchste Weinberg Europas und der trockenste der Schweiz

current-2.jpg

Die Verteilung der Rebwurzeln im Boden hängt vom Bodentyp und vom Klima ab. Die Hauptwurzelmasse befindet sich im oberen Bodenbereich, 40cm bis 100cm unter der Bodenoberfläche. Daneben bilden sich auch sehr tiefgehende Wurzeln, die mehr als 15 Meter tief in den Boden wachsen können. Diese Wurzeln dienen der Wasserversorgung während der Trockenperiode. Die Wurzeln wachsen aber nur so tief, wenn sie dazu gezwungen werden. Es werden keine tiefgehenden Wurzeln gebildet, wenn im ersten Meter immer genügend Wasser vorhanden ist.

Die Tärbina am höchsten Weinberg Europas gehört vom Klima her zu einem der trockensten Standorte der Schweiz. Wir befinden uns im inneralpinen Klimabereich, das heisst, der Einfluss des Föhns ist gross, die jährliche Niederschlagsmenge hingegen sehr klein (<600mm). 

Die Tärbina wächst an einer Hanglage, welche nach Südosten ausgerichtet ist. Die Rebe profitiert von einer optimalen Sonneneinstrahlung. Der schieferhaltige Boden gibt die gespeicherte Wärme auch während der Nacht ab und bringt die Trauben währenddessen so richtig zum Kochen. Der hohe Kiesgehalt und der schwache Ton- und Sandanteil, lassen das Regenwasser schnell versickern. Eine Bewässerung der Parzelle während der heissen Sommermonate ist daher unabdingbar, da es ansonsten eine Austrocknung der Rebe und somit der Trauben zur Folge haben kann.

 

Posted on July 15, 2018 .